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Krantechnik

 Wie die Überschrift schon sagt widmen wir uns hier der Krantechnik. Dazu teilen wir das Ganze in 4 Bereiche ein, 1. Fahrgestell, 2. Oberwagen und 3. Mast und 4. Begriffe die zum Bereich Kran gehören, z. B. Lastmoment.

LASTMOMENT:

Fangen wir gleich mit dem Lastmoment an. Hinter diesem Begriff verbirgt sich die Kraft des Kranes. Die Angaben wieviel Tonnen ein Kran hebt sind zwar ganz nett, aber das Lastmoment sagt da wesentlich mehr aus.

 Beispiel: Der LTM 1800 von Liebherr hat eine Nenntraglast von 800 t. Der LR 1800 von Liebherr hat ebenfalls eine Nenntraglast von 800 t. Der LTM 1800 hat ein Lastmoment, mit Derrick, von 4186 mt. Der LR 1800 hat ein Lastmoment, mit Derrick, von 12100 mt. Die Unterschiede sind doch relativ deutlich.

Das Lastmoment wird ermittelt durch das multiplizieren von Ausladung und Traglast.

Beispiel: LTM 1800, Mastlänge: 38,4 m, OW-Ballst: 160 t, Schwebeballst: 200 t, Abspannung an Teleskopteil 1, Ausladung: 26 m, Tragkraft: 161 t. Lastmoment: 161 t x 26 m = 4186 mt.

Hinweis: Die Angaben wurden den vorliegenden technischen Datenblättern entnommen. Bedingt durch Weiterentwicklungen hat der LTM 1800 jetzt ein Lastmoment von 4356 mt und der LR 1800 von 13772 mt.

DERRICK:

Ist der rückwärtige Mast am Oberwagen der zu Traglaststeigerung dient. Die Bezeichnung Derrick wird von Liebherr verwendet. Bei Demag heißt es Superlift, bei Gottwald Maxilift, im Prinzip hat jeder Hersteller seinen eigenen Namen für die Traglaststeigerung. Als weitere Traglaststeigerung gibt es auch noch die Abspannung. Dazu aber später mehr.

Hier ein Bild des LR 11200 von MIC während der Testphase in Nenzing/A. Hier ist sehr schön der Derrickmast, Länge: 42 m, zu sehen.

Vom Kopfstück des Derrickmastes geht eine Stangen-Abspannung zum A-Bock, mit dessen Hilfe wird der Derrickmast in die Arbeitsstellung gezogen. Die andere Stangen-Abspannung geht zum Ballstwagen mit zusätzlichen Konter- oder Gegengewicht. In diesem Falle sind bis zu 600 t zusätzlich möglich.

Hier noch ein detailliertere Aufnahme eines Raupenkranes Typ LR 1600/1 (von Felbermayr) mit dem Ballastwagen und dem zusätzlichen Kontergewicht. Die Aufnahme stammt von einem Hobby-Kollegen.

Anstelle eines Ballastwagens kann auch eine Grundplatte mit Aufnahmen für die Stangen-Abspannung verwendet werden. Dies ist dann der sogenannte Schwebeballast. Auch diese Aufnahme wurde mir freundlicherweise von einem Hobby-Kollegen zur Verfügung gestellt.

Verwendet z. B. Schmidbauer an seinem AK 850. Den Unterschied zwischen dem gezeigten Schwebeballast eines LR 1800 und dem Schwebeballast des AK 850 von Schmidbauer soll kurz erklärt werden.

Der gezeigte Schwebeballast kann mittels Hydraulikzylinder angehoben und abgesenkt oder bei Bedarf abgehängt werden. Schmidbauers Schwebeballast hat keine Hydraulikzylinder zum Heben und Senken.

Der Vorteil bei der Ausführung mit Hydraulikzylinder ist, daß nicht ständig das benötigte Kontergewicht, mit einem kleineren Kran, Auf- bzw Abgeladen werden muß.

Bei Arbeiten mit zusätzlichem Kontergewicht ist es notwendig ständig ein Gleichgewicht zwischen Last und Gegenballast zu haben. Beim Anziehen der Last wird also immer mehr Ballast benötigt, da immer mehr Last an der Hakenflasche des Kranes hängt.

BEISPIEL:

Ein LR 1600/1, Mastlänge: 63 m, Derrickmastlänge: 31,5 m zieht bei einer Ausladung von 10 m 321 t. Nach dem Schwenken muß er aber auf eine Ausladung von ca. 26 m.

Zum Schwenken wird kein zusätzlicher Ballast nötig, wohl aber um die Last bei einer Ausladung von ca. 26 m einzubringen. Also wird nach dem Schwenken der Schwebeballst mit Hilfe der Hydraulikzylinder angehängt und mit dem Absenken des Hauptauslegers angehoben.

Hätte man diesen Hub mit einem angehängten Ballastwagen durchgeführt (sofern genügend Platz vorhanden ist, denn der Ballastwagen benötigt bis zu 22,5 m Schwenkradius, der Kran nur 10,62 m) wäre das zusätzliche Kontergewicht vom Ballastwagen getragen worden.

Bei Schmidbauers AK 850 ist die Grundplatte des Schwebeballastes ständig angehängt und muß nach dem Schwenken mit einem zusätzlichen Kran ballastiert werden. Ein etwas aufwendigerer Arbeitsablauf. Dazu muß man aber sagen, daß dieser Unterschied an der Kranentwicklung liegt. Der AK 850 ist Baujahr 1982, die beschrieben Schwebeballast-Ausführung mit Hydraulikzylinder wendet Liebherr seit 1992 an.

 

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